Technisches Konzept/Funktionsbeschreibung
Diese Windenergieanlage vom Typ elektrOmat ist nach dem Vorbild der klassischen amerikanischen Westernmills konstruiert worden. Das Windrad wurde durch 16 aerodynamisch geformte Windflügel aus Polyurethan-Hartschaum angetrieben. Bei diesem Exponat mussten die Flügel, aufgrund zahlreicher Beschädigungen, leider durch einfache Bleche ersetzt werden. In dieser Anlage wurde ein Cycloidengetriebe verbaut, was in seiner Bauart gegenüber herkömmlichen Zahnradgetrieben wesentliche Vorteile bietet. Einer dieser Vorteile ist, dass dieses Getriebe hohen Moment- und Schockbelastungen ausgesetzt werden darf, welche bei Sturm- und Orkanböen auftreten. Der in dem elektrOmat verbaute 12kW Synchrongenerator beginnt bereits bei 500U/min Leistung abzugeben. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von ca. 4,5m/s. Die Anlage ist drehzahlvariabel und liefert dadurch keine netzkonforme Spannung und Frequenz. Sie ist nur zur Heizungsunterstützung gedacht. Eine weitere Nutzungsmöglichkeit war das Laden von Batterien, hierfür war ein Gleichrichter notwendig. Das Funktionsprinzip ähnelt dabei einem Fahrraddynamo. Je schneller man fährt, desto heller ist das Licht. Genauso arbeitet auch dieses Windrad. Je stärker der Wind bläst, desto mehr Energie kann der Heizung zugeführt werden. Sobald die maximale Generatorleistung von 12kW erreicht ist wird über ein Hydraulikzylinder die Windfahne leicht gegen den Wind gestellt. Dadurch verändert das Windrad sofort seinen Anstellwinkel zur Windrichtung und dreht langsamer. Die Windfahne wird von vorne durch die extra hierfür konstruierte Durchströmöffnung im Windrad angeströmt. Der Rotor dreht durch die Formgebung der Flügel nicht schneller als mit 70 U/min. Der 14m hohe Gittermast ist als K-Fachwerksystem mit quadratischem Grundriss konstruiert.
elektrOmat 12kW
Technische Daten
Hersteller: Windkraft Zentrale, Horst Frees
Baujahr: 1980
Betriebszeit: 1981-????
Ursprünglicher Standort: ???
Preis: ????
Rotor
Rotordurchmesser: 6,3 m
Überstrichene Fläche: 12 m²
Blattzahl: 16
Anordnung: luvseitig
Nenndrehzahl: 11-12 m/s
Bauart der Blätter: Polyurethan Hartschaum
Bauart der Nabe: Stahlgitterkonstruktion
Generator
-bauart: synchron
-nennleistung: 12kW
-nennspannung: 400 Volt
Turm
Nabenhöhe: 14 m
Bauart: Gittermast
Regelungssysteme
Drehzahlregelung: Rotor wird durch Windfahne aus dem Wind gedreht
Leistungsbegrenzung: Rotor wird durch Windfahne aus dem Wind gedreht
Windrichtungsnachführung: passiv über Windfahne
Leistungscharakteristika
Nennleistung: 12kW
Einschaltwindgeschwindigkeit: 4,5 m/s
Nennwindgeschwindigkeit: 11-12 m/s
Ausschaltwindgeschwindigkeit: 11-12 m/s
Sicherheitssysteme
-aerodynamisch: Rotor wird durch Windfahne aus dem Wind gedreht
-mechanisch: Scheibenbremse
Massen
Rotorblatt: keine Angabe
Turmkopf gesamt: keine Angabe
Mast: keine Angabe
Geschichte des elektrOmat
1974 gründete der Ingenieur Horst Frees seine Firma Windpumpen-Zentrale, die er später umbenannte in Windkraft-Zentrale. 1977 importierte Frees eine 10kW Windkraftanlage der dänischen Firma S.J. Windpower. Nach deren Insolvenz 1981 kaufte er die Konstruktionsunterlagen, verbesserte die Anlage und verkaufte sie dann unter der Bezeichnung elektrOmat. 1982 bekam er als erster deutscher Windkraftanlagenhersteller eine Typenprüfung. 1985 entwickelte die Windkraft-Zentrale eine dreiflüglige 20kW Anlage für den Netzparallelbetrieb. Die Windkraft-Zentrale von Horst Frees wurde dann von dem auch heute noch aktiven Windkraftanlagenhersteller Fuhrländer übernommen.