Geschichte der WKA Trebur

Diese Anlage war ein Projekt der Fachhochschule Wiesbaden. Hier hatte Prof. Dr. Winfried Schatter Anfang der 90er Jahre eine Windkraftanlage mit hoher Effektivität zur Wasserförderung entwickelt. Das weiterentwickelte Windrad ähnelt sehr den Westernmills. Der FH-Professor wollte in seinem Projekt versuchen, den Vielblattrotor auch für die Stromerzeugung zu nutzen. Unterstützt wurde das Projekt 1992 durch Fördermittel des Landes Hessen. Es wurden zwei unterschiedliche Prototypen in einem Feldtest untersucht. Zum einen der hier ausgestellte Vielblattrotor und zum anderen ein H-Darrieusrotor. Als die Fördermittel 1995 schließlich ausblieben und das Projekt zwangsläufig beendet werden musste, wurden auch die Prototypen stillgelegt. Erst 1999 ging der Vielblattrotor in den Besitz der Gemeinde Trebur über. Die Anlage wurde abgebaut und an der Kläranlage der Gemeinde wieder in Betrieb genommen. Eine Anzeigetafel lieferte Informationen über die Windkraftanlage. Nach insgesamt 12 Betriebsjahren wurde die Anlage 2005 für immer stillgelegt. Niemand konnte abschätzen, wie es mit dem Materialverschleiß der Anlage weitergeht. Eine weitere Instandsetzung wurde abgelehnt.

Technische Daten

Allgemein

Hersteller:                                           Prof. Dr. Winfried Schatter

Baujahr:                                             1992

Betriebszeit:                                        1992-2005

Ursprünglicher Standort:                    Trebur, Kreis Groß-Gerau

Preis:                                                  Prototyp

Rotor

Rotordurchmesser:                             3,6m

Überstrichene Fläche:                        10,2m2

Blattzahl:                                            Vielzahl

Anordnung:                                        luvseitig

Nenndrehzahl:                                    k.A.

Bauart der Blätter:                              Blech

Bauart der Nabe:                                starr

Generator

Bauart:                                               asynchron

Nennleistung:                                     265W

Nennspannung:                                  400/230V

Turm

Nabenhöhe:                                        12m

Bauhöhe:                                            Gittermast

Regelungssysteme

Drehzahlregulierung:                          starre Drehzahl

Leistungsbegrenzung:                        über zweite Windfahne

Windrichtungsnachführung:               passiv über Windfahne

Leistungscharakteristika

Nennleistung:                                     265W

Nenngeschwindigkeit:                        5m/s

Sicherheitssysteme

Aerodynamisch und Mechanisch:     Rotor wird aus dem Wind gedreht

Technisches Konzept

Bei diesem Prototyp handelt es sich um einen Widerstandsläufer. Der Rotor befindet sich in Windrichtung vor dem Turm und wird passiv über eine Windfahne in den Wind gedreht. In dieser Anlage ist ein Asynchrongenerator verbaut. Die vom Generator erzeugte Energie wird direkt ins Netz eingespeist. Die Leistungsbegrenzung der Anlage wird über zwei Windfahnen realisiert. Eine große Windfahne steht dabei immer im Wind und ist über eine Federstange mit einer zweiten, kleineren Windfahne verbunden. Diese kleine Windfahne steht quer zum Wind in Richtung der Hauptwindfahne gedrückt und dreht dabei den Rotor aus dem Wind. Hierbei ist die Federstange ein wichtiges Bauteil. Durch sie wird geregelt wie schnell sich der Rotor, abhängig von der Windstärke, aus dem Wind dreht.